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Kettensägen filigran: Chetwynd, B.C.
In den Wäldern der Rocky Mountains sind Naturburschen unterwegs, die mit kräftigem Arm so manchen Baumriesen fällen. Eines ihrer Werkzeuge ist die Kettensäge, eine für Laien aufgrund ihrer Lautstärke und Bissigkeit oft suspekte Maschine, zu der sie einen respektvollen Abstand halten. Profis verwenden das schwere Gerät virtuos, aber ebenso respektvoll mit Umsicht und Schutzkleidung. Die Holzskulpturen von Chetwynd zeigen, dass mit einer Kettensäge unerwartet detailliert ausgearbeitete Kunstwerke geformt werden können. Fein säuberlich aufgereiht stehen sie an den Highways 97 und 29, die sich in der Kleinstadt in den Hügeln am östlichen Rand der Rockies kreuzen. Auch in verschiedenen öffentlichen und geschäftlichen Gebäuden wurden die Ergebnisse der jährlichen Kettensägen-Meisterschaften (Chainsaw Carving Championships) aufgestellt. Wer sie alle sehen will, sollte sich bei der Touristeninformation einen genauen Lageplan holen. Chetwynds Anfänge liegen im frühen 20. Jahrhundert, als 1918 der Handelsposten Little Prairie gegründet wurde. Siedler aus dem Peace River Gebiet ließen sich im Umland nieder und machten es urbar. Etwas weiter westlich wurden Kohle und Erdöl gefunden. Die weitere Entwicklung zum heutigen Tor zum Peace River District mit gut 3.000 Einwohnern hat – neben den bereits erwähnten Fernstraßen – mit dem Bau der Eisenbahnlinie der Pacific Great Eastern (P.G.E.) Railroad zu tun. British Columbias zuständiger Minister (und interessanterweise gleichzeitiger Chef der P.G.E.) Ralph Chetwynd starb 1957, zwei Jahre bevor der nach ihm benannte Bahnhof fertiggestellt worden war. Verkehrswege, Bodenschätze und die Nutzung der Wasserkraft am Peace River förderten die wirtschaftliche Entwicklung. Die Gemeinde Chetwynd wirbt mit einem breiten Bildungs-, Freizeit- und Jobangebot. Das alles hinterlässt den Eindruck, als würde hier nicht nur, aber auch mit der Kettensäge kreativ gearbeitet.
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